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von Jutta Japing
DIE OASE -
2002
Schon
lange hegte ich den Wunsch, den Schamanismus näher kennen zu lernen. Ich
begab mich also einige Male in die Obhut eines Schamanen, der mit meiner
Seele eine Reise unternahm um eventuelle Disharmonien in meinem „Inneren“
aufzuspüren.
Für Heute
hatte ich zum dritten Mal einen Termin mit meinem Schamanen vereinbart. Ein
herrlich milder Frühlingstag begleitete meinen Weg dorthin. Alles war mir
schon vertraut. Das Wartezimmer, der grüne Tee den ich bekam, die Klänge der
Trommel im Hintergrund, die Bilder an der Wand usw. Aber heute war etwas
anders als sonst. Ich hatte so eine völlig relaxte Haltung, verspürte keinen
Zeitdruck. Ich wollte mich ganz und gar auf das was kommt einstimmen.
Die Trommeln
aus dem Nebenzimmer verstummten. Ich wusste jetzt kann es nicht mehr lange
dauern und der Schamane wird mich zu sich bitten. Nach einigen Minuten
öffnete sich die Tür und der Schamane kam herein, er nickte kurz und ich
folgte ihm. Auch dieser abgedunkelte Raum war mir schon bekannt. Ich teilte
dem Schamanen mein Anliegen mit. Dabei ging es auch um meine Krafttiere,
ich suchte nach einer Bestätigung dessen, was ich schon seit längerer Zeit
vermutete.
Nun legte
ich mich entspannt hin und die Trommelschläge des Schamanen ertönten.
Diesmal hatte ich mir vorgestellt, der Reise des Schamanen – mit meiner
Seele - zu folgen. Ich wusste dass dies möglich war. Doch als ich da so lag
und den Klängen des trommeln lauschte, meinte ich eine Melodie zwischen den
Trommelschlägen des Schamanen zu erkennen. Langsam verlor ich die
Konzentration auf meine Absicht und verschwand immer mehr im Geiste zwischen
diesen Tönen. Etwas mir unbekanntes lotste mich wie zwischen Bambusstäben
hindurch. Ich folgte mühelos, gleich einem Fisch in der Schwerelosigkeit.
Und dann plötzlich landete ich wie durch ein Zeittor auf dem fruchtbaren
Boden eines Planeten, oder der Erde, einer anderen Wirklichkeit?
Alles um
mich herum war saftig grün und blühte farbenfroh. Es roch so frisch, die
Sonne schien. Ich befand mich auf einer Wiese und wie ich feststellte, gab
es auch nur Wiese um mich herum. Dieses Gefühl noch mehr erleben zu können
bestärkte mich zum weitermachen. So stand ich auf und setzte mich in
Bewegung. Bald darauf fand sich ein kleiner Pfad – ich folgte ihm. Mit der
Zeit wurde er breiter und kleine Kiesel säumten den Weg. Ich konnte nicht
mehr umkehren ich war zu neugierig wohin er mich führte. Beim laufen sah ich
nun meist nach unten auf den Weg und entdeckte dabei meine Füße, sie waren
wohlgeformt, von mittlerer Hauttönung und nicht bekleidet. Ich sah an mir
hoch und entdeckte ein schlichtes helles Gewand. Ich hatte lange dunkele
Haare. Zugleich veränderte sich die Gegend in der ich mich befand. Ich blieb
kurz stehen um mich zu orientieren.
Größere Steine lagen plötzlich des Weges – ein Felsmassiv tat sich vor mir
auf. Ich ging weiter – nichts verängstigte mich. Im Gegenteil meine
Unsicherheit in Bezug auf das was kommt weckte meine Neugierde mehr und
mehr. Mein Weg zog sich weiterhin in seiner Breite von cirka einen Meter an
den Felsen vorbei ohne sich zu erhöhen.
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